50.000 Wiederholer: das ist zu viel!

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zum Thema Sitzenbleiben

München (pm) – „Wenn wir über 50.000 Wiederholer in Bayern pro Schuljahr haben, dann läuft im Bildungsland Bayern etwas schief. Jedes Kind, das eine Jahrgangsstufe wiederholen muss, ist eines zu viel. Für ein Kind macht es keinen Unterschied, aus welchem Grund es eine Klasse wiederholen muss.“ Wiederholen sei zudem kein Ansporn für erfolgreiches Lernen. „Längerfristig gesehen kommen viele Wiederholer nach einer gewissen Zeit wieder an ihre Leistungsgrenze.“

Anstatt Geld in das Wiederholen zu stecken, sollte vielmehr kräftig in die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers investiert werden. Denn: Jeder in Bildung investierte Euro zahle sich hier aus. Auch in Bayern hänge der Schulerfolg der Kinder und Jugendlichen immer noch maßgeblich von der sozialen Herkunft ab. Von einer Chancengerechtigkeit könne deshalb bislang leider keine Rede sein.

Die Debatte um das Thema Sitzenbleiben zeige erneut auf, dass der Fokus nach wie vor zu sehr auf Noten und deren Vergleiche liegt. „Ziffernnoten spiegeln nicht das tatsächliche Leistungsspektrum und die Persönlichkeit eines Heranwachsenden wider. Daher pocht der BLLV auf die Etablierung zeitgemäßer Lern- und Leistungssysteme an allen Schulen.“

Pressemeldung des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverbands (BLLV) vom 16.9.2016.

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