Bayern: Bildungspaket muss auch die Realschule berücksichtigen

Individuelle Förderung nur mit vielfältigen Wegen möglich – die starke Realschule ist ein wesentlicher Teil davon

München (pm) - „Die aktuell geführte Debatte um G8/G9 greift viel zu kurz, da eine einseitig auf akademische Abschlüsse fixierte Bildung nicht die Lösung sämtlicher Bildungsfragen beinhaltet. Ebenso kann das von der Staatsregierung geplante Bildungspaket nicht den gewünschten Erfolg bringen, solange nicht sämtliche Schularten und -abschlüsse berücksichtigt werden – so selbstverständlich auch die Realschule und der qualitativ hochwertige Realschulabschluss“, reagiert brlv-Landesvorsitzender Jürgen Böhm auf die jüngsten Entwicklungen in der bayerischen Bildungspolitik. „Die Vermittlung der Werte- und Demokratieerziehung der jungen Menschen, das Aufzeigen verschiedenster Perspektiven und Wege, individuelle Förderung sowie klare Perspektiven für jeden jungen Menschen im Freistaat beschränkt sich nicht auf den gymnasialen Abschluss, sondern bezieht sämtliche andere Abschlüsse ebenso mit ein, wie zum Beispiel die berufliche Bildung. Die starke bayerische Realschule spielt hierbei eine ausschlaggebende Rolle“, so der brlv-Vorsitzende weiter.

2016-12-16_sidewalk-657906_640Das geplante Bildungspaket dürfe sich keinesfalls nur um den Bedarf einzelner Schularten kümmern, sondern müsse sämtliche Schularten im Blick behalten. Zusätzliche Lehrkräfte, Entlastung, Unterstützung und Wertschätzung seien gerade auch an den Realschulen dringend notwendig. Ein Bildungspaket, das die Realschule außen vor lässt, könne und dürfe es nicht geben, betont Böhm. „Im Gegenteil – ich verweise in diesem Zusammenhang nicht nur auf die Balance zwischen Theorie und Praxis, die Förderung von lernstarken wie lernschwachen Schülern, die Fokussierung auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten eines jeden Schülers, sondern auch auf die Tatsache, dass die Realschule die dringend benötigten Fachkräfte von morgen heranbildet. Mehr denn je werden Fachkräfte händeringend gesucht, und mehr denn je ist die Realschule genau der richtige Weg, um diese Fachkräfte auszubilden und so nicht zuletzt den Wirtschaftsstandort Bayern zu stärken“, fasst der brlv-Vorsitzende zusammen.

Die Forderungen des brlv, die Anfang des Jahres 2017 gestellt wurden, umfassen die Schaffung eines Einstellungskorridors, perspektivische Personalplanung, den Ausbau der mobilen und integrierten Lehrerreserve, die weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen, die Schaffung pädagogischer Gestaltungsräume, den Rückbau befristeter Beschäftigungsverhältnisse und den Ausbau einer qualitäts- und bedarfsorientierten Ganztagesbetreuung. „Auf diesen Forderungen werden wir beharren; sie sind ebenso im geplanten Bildungspaket zu berücksichtigen, wie sämtliche Schularten im Freistaat als Bestandteil einer zukunftsfähigen, qualitätsorientierten Bildung verstanden werden müssen“, schließt Böhm.

Presseerklärung Nr. 5_2017 des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv) vom 28.3.2017.

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