Berufsorientierung praktisch: Girls’ and Boys’ Day

(bk) – Am 23. April 2015 ist wieder Girls’ und Boys’ Day. Den Girls’ Day gibt es bereits seit 2001, zehn Jahre später kam dann auch ein “Zukunftstag” für Jungen dazu. Denn schließlich soll die Überwindung von Rollenklischees keine rein weibliche Angelegenheit sein. An diesem Tag werden Mädchen und Jungen von der Schule freigestellt, wenn sie an einem der Angebote teilnehmen, in denen sie Berufe kennenlernen, die nicht der geschlechtertypischen Wahl entsprechen.
Karl-Heinz Laube  / pixelio.de

Wenn es bei der Berufsberatung um Technisches geht, fühlen sich überwiegend die Jungen angesprochen. Am Girls’ Day kann man mit anderen Mädchen das vielleicht noch unbekannte Terrain entdecken. (c) Karl-Heinz Laube/pixelio.de

Seit 2001 haben rund 1,5 Millionen Mädchen am Girls’ Day teilgenommen und die Chance genutzt, in einen typischen Männerberuf reinzuschnuppern. Unternehmen bieten jährlich bundesweit rund 10.000 Veranstaltungen an diesem Tag. Teilnehmen können Mädchen von der 5. bis zur 10. Klasse.

Das gilt analog auch für den Boys’ Day, obwohl hier die Teilnehmerzahlen noch nicht so groß sind. Schließlich gibt es den Boys’ Day erst seit 2011. Und noch ist wohl auch das Interesse von Jungen an Berufen im sozialen Bereich, in Erziehung und Pflege sehr gering. Der Bedarf ist allerdings groß: Jungen brauchen auch mal einen männlichen Erzieher, männliche Pflegekräfte sind gefragt.

Klischees und Vorbilder bestimmen Berufswahl

Für Mädchen und Jungen bietet dieser Tag eine gute Gelegenheit, auch mal in einen Beruf reinzuschnuppern, der vielleicht nicht ganz oben auf der Liste der Traumberufe steht. Bei der Berufswahl regieren leider in den meisten Fällen noch Klischees, eher selten gibt es Ausnahmen (die Ingenieurin oder den Pfleger), die als Vorbilder dienen könnten.

Dabei ist es für Jugendliche wichtiger, bei der Berufswahl auf die eigenen Fähigkeiten zu achten, als darauf, was “die anderen” machen. Nur wenn die individuellen Stärken im späteren Beruf zum Tragen kommen, gibt es eine Chance, dass der Beruf auf Dauer “der richtige” sein kann.

Eigene Stärken einschätzen lernen

Wer noch gar nicht weiß, wo es später hingehen könnte, dem sei der Ratgeber Finde raus, was DU drauf hast! aus dem Schulwerkstatt-Verlag empfohlen. Das kompakte Büchlein hilft dabei, eine Art Begabungsprofil zu erstellen und einen dazu passenden Beruf zu entdecken.

Um dann in den empfohlenen Beruf hineinzuschnuppern, ist in der Regel ein Praktikum in den Ferien angebracht. Der Girls’ und Boys’ Day bietet eher die Chance, sich über einen ganz anderen Beruf zu informieren, einen Beruf, der einem vielleicht nicht als Erstes einfällt, der aber auch gute Aussichten bieten könnte.

So kann Ihr Kind teilnehmen

Wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn am Girls’ / Boys’ Day teilnehmen will, sollte sie / er zunächst mit der Schule klären, ob das grundsätzlich möglich ist.

Dann braucht der Jugendliche eine passende Veranstaltung oder ein Unternehmen, in dem er an diesem Tag “schnuppern” darf. Mithilfe des Girls’Day-Radar finden Mädchen passende Angebote in ihrer Nähe, sie können aber auch selber aktiv werden und Firmen ansprechen. Analog bietet der Boys’Day-Radar einen Überblick über Veranstaltungen für Jungen.

Eine Liste der Girls’Day-Berufe findet sich auf der Website zum Girls’ Day. Dazu gehören zum Beispiel: Ingenieurin, Mechanikerin, Informatikerin, Tischlerin, Landwirtin, Forstwirtin, Rettungsassistentin und viele andere.

Als Boys’Day-Berufe gelten nicht nur Erzieher und Pfleger, sondern auch zum Beispiel Augenoptiker, Bibliothekar, Fotograf, Friseur, Grundschullehrer, Konditor und Psychologe.

Die Webseite Girls’ Day bietet auch eine Vorlage für einen Antrag auf Schulfreistellung. Jungen werden auf dieser Seite zum Boys’ Day fündig. Hier muss das Unternehmen angegeben werden und natürlich müssen die Eltern unterschreiben.

Informieren und fragen

Ist ein Platz für den Tag gefunden, empfiehlt sich dringend noch ein wenig Vorbereitung. Zum einen muss man natürlich wissen, wann genau man wo erscheinen muss, ob vielleicht bestimmte Kleidung nötig ist oder man etwas mitbringen sollte. Zum anderen kann es nicht schaden, sich vorher ein paar Fragen zu überlegen, die einem dieser Tag beantworten soll – und wenn die Antworten nicht in einer Veranstaltung bereits gegeben werden, darf man die Fragen auch stellen. Die Gelegenheit sollte sich kein Jugendlicher entgehen lassen.

 

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