„Brutaler Umgangston – VBE warnt vor Spaltung und Vergiftung unserer Gesellschaft!“

VBE-Landesvorsitzende zum Gedenken an die sog. Reichskristallnacht:
VBE Niedersachsen schließt sich dem BLLV Manifest an

Hannover (pm) – „Es gehört mit zu der lebendigen und mahnenden deutschen Erinnerungskultur, dass wir die menschenunwürdigen Ereignisse und Folgen des 9. November 1938 im Gedächtnis behalten. Alles begann damals mit der verbalen Verunglimpfung und Ausgrenzung des deutschen Judentums, heute sind nicht nur Einwanderungs- und Flüchtlingsgruppen Zielscheibe, sondern auch Gruppen und Verantwortungsträger aus der Mitte der Gesellschaft. Dagegen will auch der VBE Niedersachsen ein Zeichen setzen. Er schließt sich dem Manifest gegen die Verrohung der Sprache des bayerischen Landesverbandes BLLV im VBE (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband) mit ganzer Kraft an.“ Mit diesen Worten stellt VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer das Manifest in der Öffentlichkeit vor.

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Ein respektvolles, wertschätzendes Verhalten sollte überall selbstverständlich sein. (c) pixabay

Die VBE-Landesvorsitzende ergänzend: Wir erleben eine Aggressivität, eine Sprache des Hasses, der Geringschätzung und Diskriminierung, persönlicher Beleidigungen, bewusster Kränkungen und Ausgrenzung in Wort und Handeln.

Diese Verrohung des Umgangs miteinander wirkt sich auch auf unsere Kinder und Jugendlichen aus. Als Lehrerinnen und Lehrer, die täglich mit allen Kindern und Jugendlichen dieser Gesellschaft arbeiten, sehen wir uns deshalb in der Pflicht, auf diese Entwicklung hinzuweisen und ihr entgegenzuwirken.

In Artikel 1 des Deutschen Grundgesetzes heißt es: “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

Wir Lehrerinnen und Lehrer sehen diesen Grundkonsens bedroht. Wir beobachten, wie unsere Gesellschaft gespalten und Menschen emotional aufgehetzt werden sollen. Extreme Gruppierungen und Personen tragen zu dieser Verrohung des Umgangs maßgeblich bei.

Damit wird der Boden bereitet für Zwietracht, Verfolgung und physische Gewalt.

Hass, Aggressionen und Angst aber zerstören Gemeinschaft – egal, ob im Klassenzimmer, in der Schule oder zwischen den Nationen Europas. Sachliche und respektvolle Kontroversen, wie wir sie in der Gesellschaft und im privaten Leben brauchen, werden dadurch zunehmend erschwert.

Wir wollen, dass unsere Kinder in einer weltoffenen Gesellschaft leben. Unsere Kinder sollen Respekt, Wertschätzung und Interesse für die anderen Menschen erleben und leben – unabhängig davon, welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe sie haben, welche Muttersprache sie sprechen und welche Meinung sie vertreten.

Die VBE-Landesvorsitzende abschließend in ihrem Apell: „Wir sehen es als unsere Pflicht an, unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Radikalisierung zu schützen und so unsere Demokratie zu bewahren. Wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen uns selbstbewusst und kompromisslos dafür ein.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.bllv.de/Manifest-gegen-die-Verrohung-der-Sprache.12331.0.html.

Pressemeldung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Niedersachsen vom 8.11.2016.

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