Bundeselternrat: Jahresthema 2017: Bildung in Europa – von anderen lernen

Fachtagung der Ausschüsse „Gymnasien“ und „Förderschulen“ 28.-30. April 2017

Potsdam (pm) –  Strukturen und ihre Einflüsse auf Bildung, Bildungsqualität und die Wertigkeit von Bildung

Thesen:

In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Schulkarrieren, unterschiedliche Übergangsvoraussetzungen und unterschiedlich angewendete Bewertungsschlüssel. Hinzu kommt, dass in allen Bundesländern weiterhin die familiäre Herkunft, Werte, und Erwartungen eine große Rolle für die persönliche Entwicklung der Schüler spielt. Trotz erheblicher Reformanstrengungen und einigen Verbesserungen ist Chancengerechtigkeit somit noch nicht gegeben.

Viel entscheidender als die Schulstruktur ist die Kompetenz der Lehrkräfte. Die systematische Verbesserung des Bildungserfolgs erfordert eine tiefgreifende Verbesserung der pädagogischen Arbeit an den Schulen und die individuelle Förderung nach Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler.

Aktuell können viele Schulen diese individuelle Förderung noch nicht gewährleisten: ein Grund dafür, dass beispielsweise die Umsetzung der Inklusion aus Elternsicht bisher nur punktuell zum Erfolg und vielfach zu einer Überforderung von Schulen geführt hat. In Europa fallen besonders Belgien und Deutschland durch einen sehr hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern an Förderschulen auf. Dies zeigt, dass weiterhin großer Handlungsbedarf besteht.

Forderungen:

  • Bildungslaufbahnen werden frühzeitig angebahnt. Daher bedarf es einer umfassenden Information für Eltern bereits in der frühkindlichen Entwicklungsphase ihrer Kinder sowie eines niederschwelligen Zugangs zu Bildungsangeboten.
  • Die Lehrerqualifikation sowie die Fortbildung müssen weiterentwickelt werden. Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf lernbegleitender Diagnostik und Umgang mit Heterogenität, Feedbackkultur sowie Team- und Unterrichtsentwicklung liegen. Dies ist verbindlich in den Lehrerbildungsgesetzen zu verankern.
  • Der Bundeselternrat fordert vergleichbare Schulabschlüsse auf bundesweit einheitlichem Niveau, wobei jede Schülerin und jeder Schüler – auch die mit Förderbedarf – die Schullaufbahn mit einem qualifizierenden Schulabschluss beenden muss. Die Weichen für eine Beschäftigung aller in einer inklusiven Arbeitswelt müssen dringend gestellt werden.
  • Wir fordern eine beauftragte Person sowie eine professionelle Struktur der Begabtenförderungen an jeder allgemeinbildenden und weiterbildenden Schule und an Kitas mit entsprechender Wochenarbeitszeit, um für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Pädagogen den Zugang zu passenden schulischen und außerschulischen Angeboten der Begabtenförderung zu gewährleisten.

Grundsätzlich muss das Unterrichtsgeschehen konsequent auf die Förderung aller Schülerinnen und Schüler nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet werden. Neben zusätzlicher Ressourcen bedarf es hierfür auch einer Haltungsänderung der an Schulen Beteiligten.

Über den Bundeselternrat

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rund acht Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden und an berufsbildenden Schulen. Der Vorstand des Bundeselternrates arbeitet ehrenamtlich.

Pressemeldung des Bundeselternrates vom 30.4.2017.

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