Der Bundeselternrat fordert seit Jahren den Ausbau guter Ganztagsschulen

Elternumfrage der Bertelsmann-Stiftung: Eltern geben dem Ganztag gute Noten

Oranienburg (pm) – Der Ausbau der Ganztagsschule ist eine der größten Reformen im Bildungsbereich. Eltern erwarten von der Ganztagsschule mehr Chancengleichheit und die bessere Vereinbarkeit von Schule und Beruf. Neben diesem hohen Anspruch wurde in der Vergangenheit die Arbeit der Ganztagsschule aber von vielen Eltern oft sehr kritisch gesehen und auf die reine Nachmittagsbetreuung reduziert. Laut der aktuellen repräsentativen Elternumfrage der Bertelsmann Stiftung hat die Zufriedenheit der Eltern mit der Arbeit der Ganztagsschule aber erheblich zugenommen. Die Ganztagsschulen werden von den Eltern in den wesentlichen Bereichen ihrer Arbeit sogar besser als die Halbtagsschulen angesehen.

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Sind Ganztagsschulen besser? Die Zufriedenheit der Eltern hat jedenfalls zugenommen. (c) Dieter Schütz_pixelio.de

So bewerten zwei Drittel der Ganztagseltern das Angebot ihrer Schule im Bereich der individuellen Förderung als besonders positiv, bei den Halbtagsschulen sind es nur 54 Prozent. Bei der individuellen Sprachförderung wird diese Einschätzung noch bekräftigt, 63 Prozent der Ganztagseltern sind gegenüber 49 Prozent der Halbtagseltern der Ansicht, dass ihre Schule mit den unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen der Kinder besser umgehen kann. Gleiches gilt für die Bewertung der Schulen im Hinblick auf die Arbeit der Lehrkräfte, das Lernen im eigenen Takt, die technisch-räumliche Ausstattung und der soziale Zusammenhalt in der Klasse. Neben diesen positiven Bewertungen gibt es aber auch bei der Beurteilung der Ganztagsmodelle einen deutlichen Unterschied. So beurteilen 70 Prozent der Eltern von Schülern an gebundenen Ganztagsschulen die individuelle Förderung ihrer Kinder als besonders positiv, an offenen Ganztagsschulen beträgt der Anteil dieser Eltern nur 63 Prozent.

Der Pressesprecher des Bundeselternrats Wolfgang Pabel erklärt hierzu: „Gerade unter den Herausforderungen von Inklusion und Migration kommt der Ganztagsschule im Rahmen der individuellen Förderung eine besonders große Bedeutung zu. Der Bundeselternrat fordert hierzu seit Jahren mehr und bessere Ganztagsschulen. Zwar besuchen in Deutschland mittlerweile 37 Prozent aller Schüler eine Ganztagsschule, doch nach der vorliegenden Umfrage würden 30 Prozent der Eltern von Halbtagsschülern auch gerne eine Ganztagsschule für ihre Kinder wählen, es fehlt also immer noch das entsprechende Angebot. Damit ist die Bildungspolitik gefragt, diesem Bedarf durch die Einrichtung ausreichender Ganztagsschulen bundesweit endlich nachzukommen. Neben der bedarfsgerechten Bereitstellung von Ganztagsschulen steht aber auch die Frage nach der Qualität dieser Schulen weiterhin im Raum. Nur 17,6 Prozent aller Ganztagsschulen arbeiten heute als ein gebundenes System, obwohl gerade diese Form der Ganztagsschule im Bereich der individuellen Förderung ihre Leistungsfähigkeit aufgezeigt hat. Rhythmisierung und guter Unterricht sind untrennbar miteinander verbunden. Aber auch im direkten Ländervergleich werden mit der unterschiedlichen Zuweisung von pädagogischem Fachpersonal erhebliche Qualitätsunterschiede im Bereich der Ganztagsschulen aufgezeigt (s. Pressemitteilung des Bundeselternrats vom 28.04.2016 – Bundesvergleich gebundener Ganztagsschulen). Soll unser Bildungssystem seinem Anspruch nach Chancengleichheit gerecht werden, ist der Ausbau der Ganztagsschule auf der Grundlage bundesweiter Qualitätsstandards mit ausreichendem Personal, Um- und Ausbau der Schulgebäude und einer guten Mittagsverpflegung unverzichtbar. Die langjährige Forderung des Bundeselternrats hat damit immer noch Bestand: Eltern wünschen sich mehr und bessere Ganztagsschulen!“

Über den Bundeselternrat

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rund acht Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden und an berufsbildenden Schulen.

Pressemeldung des Bundeselternrates vom 21.9.2016.

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