Dialog mit dem BLLV zeigt erste Wirkung

München (pm) - BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann zu dem gestern beschlossenen  Bildungspaket der CSU-Landtagsfraktion: 

„Das Bildungspaket ist ein Signal, auf das wir gewartet haben und für das es höchste Zeit ist. Von den Maßnahmen können nun alle Schularten profitieren. Die Stellen und Mittel müssen nun effizient verwendet werden. Also da, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Die angekündigten Verbesserungen für die Grund- und Mittelschulen sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mit den im Bildungspaket zugesagten Lehrerstellen kann die höchst angespannte Unterrichtssituation hoffentlich entkrampft werden. Die von der CSU-Fraktion beschlossenen Stellen und Mittel müssen nun aber erst einmal im Haushalt umgesetzt werden. Noch sind sie nicht da.

Die Zugeständnisse an die Schulleitungen sind letztlich dem Druck der rund 5.000 Schulleiterinnen und -leitern und den Verwaltungsangestellten geschuldet. Die Schulleitungen haben mit dem von mir unterzeichneten Brandbrief „Mehr geht nicht mehr“ vom Februar endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Es ist dringend erforderlich, dass sie entlastet werden. Allerdings ist das Problem nicht gelöst, selbst wenn am Ende einige eine Stunde mehr Leitungszeit bekommen sollten. Viele Schulleitungen werden angesichts der Aufgabenfülle kaum merken, wenn sie eine einzige Unterrichtsstunde weniger unterrichten müssen.

An die Entscheidung der Staatsregierung, zum neunjährigen Gymnasium zurückzukehren, knüpft der BLLV konkrete Erwartungen. Wir hoffen, dass jetzt die Chance genutzt wird für eine grundlegende Reform des Gymnasiums. Die Frage, wie gelernt wird und wie Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden, steht für den BLLV weiterhin im Mittelpunkt. Nach dem gestrigen Beschluss steht zu befürchten, dass nach wie vor zu viele Inhalte in zu vielen Fächern in zu kurzer Zeit zu schnell behandelt und zu häufig abgeprüft werden.

So erfreulich das Bildungspaket auch ist – es ist klar, dass dies nur ein erster Schritt in die richtige Richtung sein kann. Der jetzt beschrittene Weg muss weitergegangen werden. Das Bildungspaket lässt zudem viele grundsätzliche Fragen offen. Zum Beispiel die, wie der Lehrerberuf attraktiver gestaltet und aufgewertet werden kann. Offen ist auch die Frage, wie die Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt mit vollem Engagement unterrichten, die erforderliche Unterstützung bekommen. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen geben alles, um die ‚neuen Quereinsteiger‘ mitzunehmen. Das ist belastend, das kostet Kraft.

Uns bleiben die Herausforderungen erhalten: Von Inklusion, über die Integration der Flüchtlinge bis hin zur Individuellen Förderung. Für mich steht fest: Wir müssen weiter im Dialog bleiben, denn es braucht noch viele Gespräche und Konkretisierungen, um die Qualität an den Schulen in Bayern langfristig zu verbessern.“

Der Brandbrief der Schulleitungen „Mehr geht nicht mehr“ ist nachzulesen unter:  www.schulleitung.bllv.de/brandbrief

Pressemeldung des Bayerischen Lehrer-und Lehrerinnenverbandes (BLLV) vom 6.4.2017.

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