Ehrenamt kontra Beschäftigungspolitik: Ministerin fordert ehrenamtlichen Deutschunterricht von pensionierten Lehrkräften

Frankenthal Um Flüchtlingen möglichst schnell Deutschkenntnisse zu vermitteln, beabsichtigt Bildungsministerin Vera Reiß die pensionierten Deutschlehrkräfte zu bitten, ehrenamtlich für die Bewältigung der temporären Notsituation zur Verfügung zu stehen. Man rechnet wohl zurecht mit starker Empathie und mit großem Engagement der Lehrer – wie so oft ohne entsprechende Honorierung. So wird der klamme Haushalt gänzlich geschont.

Niemand wird sich dagegen stellen, wenn sich Pädagogen im Ruhestand freiwillig und ohne moralischen Druck für ein gemeinsames Ziel zur Verfügung stellen. Allerdings ist es die Frage, ob es sich angesichts des ungebrochenen Zustroms von Migranten um ein temporäres Problem handeln wird. Unter Berücksichtigung der parallel laufenden Projekte wie Inklusion und individuelle Förderung und Abbau des Versorgungsdefizits bedarf es der festen Einstellung junger Lehrkräfte nach dem Motto “Lehramt statt Arbeitsamt”! Nur sie schaffen planbare Verhältnisse an den Schulen. Es darf keine Konkurrenzsituation zwischen freiwilligen und bezahlten Kräften entstehen.

Die Landesregierung kann sich durch den kostenlosen Einsatz der Pensionäre kein Alibi für eine verfehlte Einstellungspolitik verschaffen. Seit vielen Jahren fordert unser Verband eine Ausweitung der Unterrichtsversorgung und die Schaffung von Reserven.

Jetzt ist es allerhöchste Zeit, die noch zur Verfügung stehenden Lehrkräfte in vernünftige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen.

Pressemeldung des Verbandes Reale Bildung vom 15.10.2015.

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