Inklusion: Nicht reden – anschauen!

tlv holt neuen Dokfilm „Ich.Du.Inklusion.“ zur Vorpremiere nach Erfurt

Erfurt (pm) – Angesichts des neuen Strategiepapiers der Landesregierung zur Inklusion in den Thüringer Schulen verweist der tlv thüringer lehrerverband auf eine für den 2. Mai geplante Veranstaltung: An diesem Tag findet ab 17:30 Uhr im Erfurter Cinestar die Vorpremiere des Films „Ich.Du.Inklusion.“ statt.

cinema-strip-64074_640„Wir wissen momentan nicht, was wir sonst noch tun sollen“, so Rolf Busch, Landesvorsitzender des tlv, der in Kooperation mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) den Dokumentarfilm von Thomas Binn zur Vorpremiere nach Erfurt holt. „Wir haben mit der Elternvertretung eine gemeinsame Resolution erarbeitet. Wir haben auf Einladung des Ministeriums ein Positionspapier erstellt. Wir haben bei der Kommission zur Zukunft der Schule unsere Vorschläge zum Thema vorgebracht. Seit Jahren warnen wir gebetsmühlenartig vor einer verfrühten Umsetzung der Inklusion. Aber es scheint nichts davon anzukommen.“

Er sei in zweifacher Hinsicht enttäuscht: Zum einen habe der tlv das Strategiepapier erst am späten Abend des Tages erhalten, an dem die Presse bereits darüber berichtete. „Wir haben aus der Zeitung davon erfahren, obwohl Prof. Hoff, der die erkrankte Ministerin derzeit vertritt, im Winter eine Einladung zu gemeinsamen Gesprächen angekündigt hatte.“ Zum anderen gehe das Schreiben inhaltlich nach wie vor weit an dem vorbei, was Thüringens Schullandschaft braucht, um Inklusion gelingend umzusetzen. „Allein, wenn ich lese, dass die externe Beschulung von Schülern mit Förderbedarf im emotional-sozialen Bereich grundsätzlich abgelehnt wird, sträuben sich mir die Nackenhaare. Erklären Sie das mal den Kollegen, die sich sowieso schon allein gelassen fühlen mit all den Schwierigkeiten.“

Der Film von Thomas Binn, so hoffe er, liefere vielleicht die stärkeren Argumente. Der Filmemacher hat fünf Grundschüler mit und ohne Förderbedarf knapp drei Jahre lang begleitet. Die Klasse, in die sie gehen, ist der erste offizielle Inklusionsjahrgang an ihrer Schule in Nordrhein-Westfalen. „Wir freuen uns sehr auf den Film. Ich habe ihn bereits gesehen und finde, er setzt einen guten Gegenpol zu diesem doch sehr theoretischen Strategiepapier. Außerdem vermittelt er einen sehr ehrlichen Eindruck davon, was alles schiefgehen kann beim Thema Inklusion.“

Im Anschluss an die Vorführung findet eine öffentliche Diskussion statt, an der sich auch Thomas Binn beteiligen wird. „Wir hoffen, dass möglichst viele der Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung kommen. Ohne den Film gesehen zu haben, sollte uns niemand mehr zu erklären versuchen, wie Inklusion in den Schulen funktionieren soll.”

Pressemeldung des thüringer lehrerverbandes tlv vom 05.04.2017.

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