Landesversammlung des Bayerischen Elternverbands nimmt gute Schulkonzepte in den Fokus

Würzburg (pm) –  „Die Schule im Dorf lassen – Beispiele für eine zeitgemäße und wohnortnahe Schule für alle“ – unter diesem Titel fand am 9. Mai 2015 in Würzburg die Landesversammlung des Bayerischen Elternverbands (BEV) statt. Schon seit vielen Jahren stellt der BEV zu diesem Anlass beispielhafte Schulkonzepte vor.

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Mit neuen Konzepten kann die Dorfschule heute wieder echte Alternative sein. (c) Joachim Reisig_pixelio.de

In seiner Eingangsrede legte der Landesvorsitzende Martin Löwe dar, unter welchem Druck Kinder, Eltern und Lehrer im herrschenden Schulsystem stünden. „Dem muss eine Schule entgegengesetzt werden, in der jedes Kind in seinem eigenen Tempo gefördert wird und wo die Anforderungen des Lehrplans keinen höheren Stellenwert haben als Neigungen und Interessen der Kinder. Selektion darf erst zu einem weitaus späteren Zeitpunkt stattfinden und nicht nach dem sozioökonomischen Hintergrund, sondern nach tatsächlichen Begabungen“, setzte er hinzu.

Bernd Kellner, Rektor der gastgebenden Mittelschule am Heuchelhof, stellte sodann die Arbeit seiner eigenen Schule vor, die bewusst versuche, jeden Schüler persönlich bei der Hand zu nehmen. Er nannte die Mühen seiner Schule, das Selbstbewusstsein von Kindern wieder aufzubauen, die an Realschule oder Gymnasium gescheitert waren und berichtete beispielhaft, wie Schüler auch noch im ersten Lehrjahr von der Schule begleitet werden, um zu verhindern, dass sie ihre Ausbildung abbrechen.

Die Initiative Bildung am Limes, vorgestellt durch Roland Grüttner und Alfons Weber, ging bei ihrer Gründung zunächst nicht von einem pädagogischen, sondern einem kommunalpolitischen Ansatz aus. Ursprünglich aus Sorge um den Erhalt der Schulen in Denkendorf und Kipfenberg entstanden, erkannte man schon bald auch die pädagogischen Vorteile dessen, die Kinder nicht frühzeitig auf verschiedene Schularten aufzuteilen und deswegen immer genügend Schüler zu haben, um „die Schule im Dorf lassen“ zu können. Überzeugend belegte Roland Grüttner mit Material der Pisa-Studie und des Statistischen Landesamtes, dass eine Gemeinschaftsschule nicht nur als Standortfaktor für die Kommunen, sondern auch in pädagogischer Hinsicht sinnvoll sei und betonte mit Blick auf die ablehnende Haltung der Regierungspartei, dass jene das bayerische Schulsystem nicht umstürzen, sehr wohl aber im Sinne der geforderten Vielfalt bereichern und ergänzen würde. Er zitierte die Aufforderung von Kultusminister Spaenle an die Kommunen, sich passgenaue Schulkonzepte zu entwerfen. Im Widerspruch hierzu waren die Anträge auf Gemeinschaftsschulen vom Ministerium jedoch abgelehnt worden.

In der abschließenden Diskussion war zu erkennen, dass das Konzept einer inklusiven Schule – die eine Gemeinschaftsschule immer ist – bei Vertreten von Gymnasium und Realschule nicht wirklich bekannt ist. Deshalb fällt es dort schwer, außerhalb der hierzulande etablierten Schularten zu denken.

Martin Löwe beschloss die Veranstaltung mit Dank an die Referenten und Gäste und in der Hoffnung, dass das Wissen, wie gute Schulen funktionieren, sich weiter verbreite. Hierfür werde der BEV sich auch in Zukunft mit ganzer Kraft einsetzen.

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Der Bayerische Elternverband ist der Verband für alle Eltern in Bayern. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

Pressemitteilung des BEV Nr. 8/2015 vom 11. Mai 2015.

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