LEB Hessen: FDP konterkariert Elternwillen

Mit einem Gesetzesentwurf, der vorsieht, den Elternwillen auszuhebeln, versucht die FDP sich bildungspolitisch zu positionieren.

Wiesbaden (pm) – Der Hessische Landtag muss sich in dieser Plenarwoche mit einem Gesetzesentwurf der FDP befassen, der unseres Erachtens auf Grund einer ignoranten Schulentwicklungsplanung in Frankfurt entstanden ist. Die steigende Einwohnerzahl, aber auch der steigende Trend von Eltern für ihre Kinder das Gymnasium anzuwählen, ist seit langem zu beobachten. Der Kampf der Eltern um einen Platz an der gewünschten Schule ist daher alles andere als überraschend. Auf Grund dieses Einzelfalls soll nun nach Willen der FDP eine landesweite Regelung eingeführt werden, die für alle hessischen Schülerinnen und Schüler gelten soll und den Elternwillen damit völlig aushebelt.

Laut Studien schaffen 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die ohne Grundschulempfehlung das Gymnasium besucht haben, das Abitur. 30% der Schülerinnen und Schüler mit Grundschulempfehlung verlassen das Gymnasium ohne Abitur.

Die Grundschulempfehlung in der vierten Klasse ist deshalb fehleranfällig, weil sie viel zu früh erfolgt. Wenn der Staat  massenhaft “Fehlurteile” fällt, gleichzeitig aber weder bereit ist, durch eine 6-jährige Grundschulzeit, die Prognosefähigkeit zu verbessern, noch die Folgen der Fehlentscheidungen durch eine verbesserte Durchlässigkeit nach oben zu mindern, dann ist u.U. eine verbindliche staatliche Entscheidung nicht hinnehmbar.

Folgerichtig wird der Elternwille mit Ausnahme von Bayern und Sachsen in allen Bundesländern akzeptiert und nun soll Hessen gegen den Trend die Uhren zurückdrehen?

Die FDP fordert aber statt geeigneter Maßnahmen, wie den Bau neuer Schulgebäude, lieber die Einschränkung des Elternwillens.

Statt geeigneter Maßnahmen, wie den Bau neuer Schulgebäude zu fordern, will die FDP den Elternwillen einschränken. Ihre eigene Propaganda „Freiheit des Bürgers“ und die Forderung nach einem schlanken Staat, der sich möglichst aus allem raushalten soll, konterkariert sie mit diesem Gesetzesentwurf.

Wir fordern alle Landtagsparteien auf, diesen Gesetzesentwurf dahin zu tun, wo er hingehört: in den Mülleimer!

Pressemeldung des Landeselternbeirats Hessen vom 23.6.2015.

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