Niedersachsen: Stop Fake News!

Kultusministerin Heiligenstadt stellt neue Unterrichtsmaterialien zum Thema Fake News vor

Heiligenstadt: „Das beste Mittel gegen Manipulationsversuche ist die Stärkung der Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler“

2017-01-14_fake-1903774_640 (400x273)Hannover (pm) – Zwar sind Falschmeldungen kein neues Phänomen; spätestens seit der Ankunft einer großen Zahl von Geflüchteten in Deutschland im Sommer 2015 und den Präsidentschaftswahlen in den USA im vergangenen Herbst sind Schlagworte wie „Fake News”, „alternative Fakten” und „Social Bots” jedoch in aller Munde. Und via Internet und soziale Medien verbreiten sie sich in rasanter Geschwindigkeit. Worum es dabei überhaupt geht, wie man „Fake News” erkennt und wie man derartigen Manipulationsversuchen entgegentreten kann, ist das Thema zweier neuer Unterrichtseinheiten, die im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums erarbeitet wurden und den niedersächsischen Lehrkräften fortan für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung stehen.

„Damit Fake News und Social Bots nicht zur Gefahr für unsere Demokratie werden, müssen unsere Schülerinnen und Schüler einen reflektierten Umgang mit Medien erlernen. Sie müssen sich in der Fülle von Informationen zurechtfinden, Wichtiges von Unwichtigem, seriöse von unseriösen Quellen unterscheiden können. Sie müssen verstehen, wie Nachrichten gemacht und wie sie verbreitet werden. Das beste Mittel gegen Falschinformationen und Manipulationsversuche sind daher gute Bildungs- und Informationsangebote und die Stärkung der Medienkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler. Mit den neuen Unterrichtseinheiten wollen wir unseren Lehrkräften Materialien an die Hand geben, um dieses wichtige Thema mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht zu behandeln.”

Die beiden Unterrichtseinheiten „Fake News und Social Bots im digitalen Zeitalter” wurden im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums durch das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), das JFF – Institut für Medienpädagogik und das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gGmbH für den Einsatz in der Sekundarstufe I und II erarbeitet. Ziel ist es, anhand von praktischen Beispielen die Schülerinnen und Schüler in die Quellenkritik einzuführen und sie fit zu machen in der Bewertung und Analyse von Texten, Bildern und Videos im Internet und den sozialen Medien. Die Lehrkräfte erhalten vielfältige Impulse für die Unterrichtsgestaltung und ein umfangreiches Angebot an Materialien wie Arbeitsblätter, Beispieltexte und Linklisten.

Das Portal „Stop Fake News!” auf dem Niedersächsischen Bildungsserver (www.stop-fake-news.nibis.de) bietet weitere umfassende Informationen und praxisnahe Materialien zum Thema. Neben den genannten Unterrichtseinheiten finden sich dort beispielsweise Materialien zum Fall „Varoufake” um den ehemaligen griechischen Finanzminister Varoufakis und zur bildlichen Inszenierung des Charlie-Hebdo-Trauermarsches Anfang 2015 in Paris. Ein Erklärvideo erläutert anschaulich und kompakt, was Fake News sind und wie sie sich erkennen lassen. Wer konkrete Texte auf ihr „Fake-News-Potenzial” hin testen will, kann dies mit der eigens entwickelten App „Fake News Check” tun. Die App – eine Art „Fake News-Ampel” – ist im App Store von Apple und bei Google Play kostenlos zum Download erhältlich. Anhand von 19 Fragen hilft sie dabei, eine Nachricht als seriöse Information oder Fake News einzuordnen. Die App kann auch im Unterricht eingesetzt werden. Für diesen Fall stehen auf dem Stop Fake News-Portal Unterrichtsvorschläge und Arbeitsmaterialien zur Verfügung.

„Ich würde mich freuen, wenn unsere Lehrkräfte regen Gebrauch von den Materialien machen würden”, so Kultusministerin Heiligenstadt. „Der Umgang mit dem Internet und den sozialen Medien gehört für die Kinder und Jugendlichen heute zum Alltag. Über die sogenannten neuen Medien verbreiten sich Falschmeldungen besonders schnell und ungeschützt an große Adressatenkreise. Umso wichtiger ist es, bei den Schülerinnen und Schülern den Blick für diese Phänomene zu schärfen und sie zu einem kompetenten Umgang damit zu befähigen. Das ist für mich auch ein wichtiger Beitrag zur Demokratie-Erziehung, denn insbesondere Populisten nutzen das Internet und die sozialen Medien, um mit einfachen Botschaften Stimmungen zu schüren.”

Das Portal „Stop Fake News!” ist Teil der intensiven Bemühungen der Landesregierung, das Thema Medienkompetenz an den Schulen zu stärken. Die Landesregierung hat hierzu bereits im Juli 2016 das Landeskonzept „Medienkompetenz in Niedersachsen – Ziellinie 2020″ beschlossen. Das Konzept fasst alle Maßnahmen und Ziele zusammen, die sich das Land mit Blick auf das Thema Medienbildung bzw. Bildung in der digitalen Welt gegeben hat. Es enthält verbindliche Schritte für alle Bildungsbereiche. Für die allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen verfolgt die Landesregierung u. a. das Ziel, Medienkompetenz in den Lehrplänen aller Fächer zu verankern. Den Schulen steht ein umfangreiches Netzwerk für ihre medienpädagogische Arbeit zur Verfügung. Dazu gehören die Medienberatung des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), die Landesinitiative n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V. und die Multimediamobile der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Über den Niedersächsischen Bildungsserver werden umfassende und didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien für die Medienarbeit an den Schulen bereitgestellt. Das NLQ bietet den Lehrkräften zudem ein umfangreiches Portfolio an Fortbildungen an. Mehr als 20.400 Lehrkräfte haben diese im vergangenen Jahr genutzt und sich in Fragen der Medienbildung weiterqualifiziert.

Das komplette Materialangebot zum Thema „Fake News” erhalten Interessierte kostenfrei über den folgenden Link: www.stop-fake-news.nibis.de.

Pressemeldung des Kultusministeriums Niedersachsen vom 23.5.2017.

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