Notruf hessischer Grundschullehrkräfte und Eltern

Wiesbaden (pm) – Lehrkräfte an hessischen Grundschulen stellen ihrem Arbeitgeber zwar keinen „blauen Brief“ aus, aber sie schreiben Überlastungsanzeigen und Brandbriefe. Mehr als 122 Grundschulpädagogen haben ihrem Arbeitgeber eine solche Meldung abgegeben. Diese 122 Lehrerinnen und Lehrer – und sehr wahrscheinlich betrifft es insgesamt noch viel mehr – sind derart überlastet, dass sie die Ihnen gestellten Aufgaben nicht mehr erfüllen können und zudem gesundheitliche Schäden befürchten.

2017-01-02_board-1614646_640Schulleitungen wenden sich hilfesuchend an die Elternvertretungen, um gemeinsam mit ihnen auf die Missstände im hessischen Bildungssystem hinzuweisen. Die Elternvertreter haben schon einen blauen Brief verschickt, um auf die mangelhafte Lehrerzuweisung hinzuweisen und mehr Bildungsqualität zu fordern.

Der Landeselternbeirat weist seit Jahren darauf hin, dass Schulen für zusätzliche Aufgaben auch zusätzliche Ressourcen benötigen.

Inklusion, Ganztagsangebote, zusätzliche Sprachkurse und Integration sind wichtige gesellschaftliche Aufgaben, die aber nur funktionieren, wenn auch für eine entsprechende Ausstattung und personelle Ressourcen gesorgt wird.

Folgewirkung der Einsparungen und Konsolidierungen sind: Unterrichtsausfall, mangelnde Umsetzung der gewünschten Ziele und Überlastung der Lehrkräfte bis zum Burnout.

Der Kultusminister hat unlängst pensionierte Lehrkräfte gebeten, in den Dienst zurück zu kehren, um kurzfristig fehlende Personalressourcen auszugleichen. Unabhängig davon, ob dies den Pensionären zuzumuten ist, reicht das bei weitem nicht aus. Zum nächsten Schuljahr rechnet das Ministerium trotz des Aufrufs mit 200-300 unbesetzten Lehrerstellen.

Es brennt  an den hessischen Schulen – insbesondere an den Grundschulen, die der Grundpfeiler unseres Bildungssystem sind – und die Brandstellen weiten sich langsam aus zum Flächenbrand.

Gut ausgestattete Schulen und gesunde, gut ausgebildete Lehrkräfte, die ihre Aufgaben pädagogisch sinnvoll erfüllen können, liegen den hessischen Eltern am Herzen.

Der Landeselternbeirat erklärt sich mit den Grundschulen in Hessen solidarisch, unterstützt die Aufrufe und Brandbriefe, die hessenweit derzeit an den Kultusminister geschickt werden, und fordert die schulpolitischen Entscheidungsträger dazu auf, dringend nach weiteren, kreativen Lösungsansätzen zu forschen, auch außerhalb der bisher ergriffenen Maßnahmen, da diese bei Weitem nicht ausreichen.

Presseinformation des Landeselternbeirats Hessen vom 29.3.2017.

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