PISA-Studie: Aufwärtstrend bei Lesekompetenz setzt sich fort

Deutschland erneut über OECD-Durchschnitt / Doch weiterhin jeder sechste Schüler in der leistungsschwächsten Gruppe / Stiftung Lesen fordert Recht auf Vorlesen, damit alle profitieren

Mainz (pm) – In der Lesekompetenz liegen deutsche Schüler laut der heute vorgestellten PISA-Studie mit 509 Punkten oberhalb des OECD-Schnitts von 493 Punkten und somit über dem Ergebnis aus dem Jahr 2000 (484 Punkte). Weiterhin verfügen Mädchen über eine höhere Lesekompetenz als Jungen, doch der Abstand schmilzt von 44 Punkten (2009) auf 21 Punkte. Auch die Gruppe der besonders leistungsstarken Schüler hat sich von 7,6 auf 11,7 Prozent vergrößert. Dennoch erreicht fast jeder fünfte Junge und jedes siebte Mädchen nur die niedrigsten Kompetenzniveaus 1a und b. Die positive Entwicklung früherer Jahre setzt sich bei dieser Gruppe damit nicht fort. Die Autoren der Studie fordern daher wie die Stiftung Lesen die verstärkte durchgängige Leseförderung bereits im vorschulischen Alter bis zum Ende der Schulpflicht.

(c) Stiftung Lesen

Vorlesen ist die beste Grundlage für spätere Lesekompetenz. (c) Stiftung Lesen

Dies kann schon in der Familie durch Vorlesen beginnen, denn frühes und regelmäßiges Vorlesen fördert die individuelle und soziale Entwicklung von Kindern nachweislich und schlägt sich auch in besseren Schulnoten – nicht nur in Deutsch – nieder. Dennoch zeigt sich, dass fast ein Drittel der Eltern ihren Kindern nicht oft genug vorliest. Dies hat zuletzt die aktuelle Vorlesestudie 2016 der Stiftung Lesen bestätigt.

„Lesekompetenz ist die entscheidende Grundlage für den Bildungserfolg und den weiteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Aber die wichtigsten Weichen werden bereits vor der Einschulung gestellt. Deshalb fordern wir ein Grundrecht auf Vorlesen als ersten Schritt. Alle Eltern sollten ihren Kindern jeden Tag 15 Minuten vorlesen“, so Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen.

Mit ihrer Arbeit will die Stiftung Lesen allen Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungs- und Lebenschancen verschaffen. Langfristig ist das Ziel, die Zahl der bundesweit 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten im erwerbstätigen Alter deutlich zu senken. Dafür unterstützt die Stiftung Lesen neben Eltern, Erziehern und Lehrern auch 150.000 Ehrenamtliche im Netzwerk Vorlesen.

Das Programme for International Student Assessment (PISA) untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die es ihnen ermöglichen, an der Wissensgesellschaft teilzuhaben. Mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren haben in 72 Ländern und Regionen an der jüngsten Erhebung teilgenommen. Schwerpunkt waren dieses Mal die Naturwissenschaften.

Pressemeldung der Stiftung Lesen vom 6.12.2016.

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