Präventionsangebote an Schulen weiter ausbauen!

Anlässlich der neuen Cyberlife-Studie fordert der Bayerische Philologenverband (bpv) mehr Anstrengungen im Bereich Prävention

München (pm) – Besorgt zeigt sich der Vorsitzende des bpv, Michael Schwägerl, angesichts der heute in Berlin veröffentlichten Ergebnisse der neuen Cyberlife-Studie. „Das Cybermobbing ist zu einem dauerhaften Problem für Kinder und Jugendliche geworden. Es hat eine neue Qualität erhalten und wird immer gezielter eingesetzt, um andere fertig zu machen. Das müssen wir sehr ernst nehmen“, so der Verbandschef. Rund 13 Prozent der in der Studie befragten Schülerinnen und Schüler waren bereits Opfer von Cybermobbing. „Für die jungen Menschen ist das eine große Belastung. Jeder Fall ist einer zu viel.“

2016-12-03_bullying-679274_640Die Studie zeigt aber auch, dass das Problem Cybermobbing als solches erkannt wurde, bereits sehr viele Maßnahmen an den Schulen erfolgreich durchgeführt werden und diese das Problem eingrenzen. Schwägerl fordert daher, hier anzusetzen und die Fortbildungen im Bereich der Prävention weiter auszubauen sowie das Thema noch stärker im Unterricht zu verankern: „Die Lehrkräfte sind immer besser für das Thema sensibilisiert, jetzt benötigen sie mehr inhaltliche Unterstützung in Form von Unterrichtskonzepten sowie zeitliche Ressourcen.“ Zudem solle das Thema im Schulleben einen festen Platz erhalten, z.B. über spezielle Ansprechpartner oder anonyme Meldestellen an den Schulen.

Schule als ‚analoger Raum‘ besonders geeignet für Präventionsarbeit

Eine große Chance für die Präventionsarbeit sieht Schwägerl in der Tatsache, dass die Schule ein weitgehend analoger, nicht digitaler, Raum ist. „Der Unterricht im Klassenzimmer ist – auch im digitalen Zeitalter – vor allem durch die zwischenmenschlichen Beziehungen von Lehrkräften und Schülern geprägt. Dieses Miteinander ist besonders dazu geeignet, die Schülerinnen und Schüler an einen verantwortungsbewussten Umgang mit den neuen Medien heranzuführen“, so der Vorsitzende weiter. „Die Schule muss hier als ‚analoge Alternative‘ genutzt werden.“

Das Netz vergisst nicht

Neben all den Vorzügen, die digitale Medien mit sich bringen, zählt aus Sicht des bpv zu den größten Gefahren, dass das Internet nicht vergisst: „Die Tatsache, dass Hasskommentare oder kompromittierende Fotos und Videos digital gespeichert werden, führt dazu, dass die Beleidigungen immer wieder ins Bewusstsein gerufen werden, bei Tätern und Opfern. Zudem wird Cybermobbing in sozialen Netzwerken einer viel größeren Öffentlichkeit zugänglich als in der ‚analogen‘ Welt. Die Anonymität des Internets verschärft die Problematik zusätzlich.“

Pressemeldung des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) vom 16.5.2017.

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