Rheinland-pfälzisches Abitur erstmals mit Aufgaben aus dem zentralen Prüfungspool

Mainz (pm) – Die Tage vom 11. bis 18. Januar 2017 waren für viele rheinland-pfälzische Schülerinnen und Schüler wohl sehr aufregend, denn in diesem Zeitraum liefen die schriftlichen Abiturprüfungen in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch. In diesem Jahr wurden den Schülerinnen und Schülern dabei erstmals auch Aufgaben aus dem bundesweiten Abituraufgabenpool vorgelegt.

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„Ziel des Aufgabenpools ist es, die Anforderungen im Abitur bundesweit transparenter und vergleichbarer zu machen. Deshalb haben wir uns in Rheinland-Pfalz dazu entschlossen, für die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch jeweils eine Aufgabe für die schriftlichen Abiturprüfungen aus dem zentralen Aufgabenpool zu übernehmen“, sagte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig am Dienstagvormittag in Mainz. Im Fach Deutsch entstammte die Erörterung als eine der drei Aufgabenstellungen, aus denen die Schülerinnen und Schüler auswählen konnten, aus dem zentralen Aufgabenpool. In Mathematik, Englisch und Französisch hatten die Prüflinge mehrere Aufgaben zu bearbeiten, von denen eine aus der zentralen Aufgabensammlung kam.

Im Oktober 2012 hatte die Kultusministerkonferenz Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch verabschiedet. Auf Grundlage dieser Standards haben Teams aus erfahrenen Lehrkräften und Fachdidaktikern Prüfungsaufgaben für die entsprechenden Fächer entwickelt. Diese sind im sogenannten Abituraufgabenpool zusammengefasst. „Rheinland-Pfalz hat sich an der Erstellung der Bildungsstandards, der Poolaufgaben und einer öffentlich zugänglichen Sammlung von Beispielaufgaben von Anfang an beteiligt“, erklärte die Bildungsministerin.

Im Vorfeld des ersten Abiturdurchgangs mit zentralen Elementen wurden die Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe in den vier Fächern überprüft und so überarbeitet, dass sie den Anforderungen der Bildungsstandards entsprechen. Zudem hatten die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich anhand von Informationsschreiben und mittels vieler Fortbildungen auf das neue Abitur vorzubereiten. So konnten sie ihre Schülerinnen und Schüler von Beginn der gymnasialen Oberstufe an die Standards und die teilweise neuen Aufgabenformate heranführen.

Insgesamt wurden die schriftlichen Abiturprüfungen mit zentralen Elementen an rund 200 allgemeinbildenden neunjährigen Gymnasien und Gesamtschulen durchgeführt. „Die ersten Rückmeldungen zum neuen Abitur sind positiv. Mit der Umsetzung der Bildungsstandards sorgen wir für ein höheres Maß an Transparenz und Bildungsgerechtigkeit. Davon profitieren alle“, so die Bildungsministerin abschließend.

Hintergrundinformationen

In der Vergangenheit hatten rheinland-pfälzische Lehrerinnen und Lehrer für die Abiturprüfungen in jedem Fach mehrere Aufgaben bei einer Fachkommission im Bildungsministerium eingereicht. Diese überprüfte die Aufgaben, forderte gegebenenfalls Nachbesserungen an und wählte dann die Aufgaben aus, die den Prüflingen vorgelegt werden sollten.
Dieses bewährte Verfahren, bestehend aus dezentraler Aufgabenstellung mit zentraler Qualitätskontrolle, wird nun durch eine Aufgabe aus dem bundesweiten Aufgabenpool ergänzt. Die Lehrerinnen und Lehrer müssen ab sofort also weniger Aufgaben einreichen, da eine Aufgabe aus dem zentralen Aufgabenpool kommt.

Presseinformation des Ministeriums für Bildung Rheinland-Pfalz vom 14.3.2017.

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