Rheinland-Pfalz: Enge Verzahnung der Angebote im Übergang Schule – Beruf beschlossen

Mainz (pm) – Rheinland-Pfalz verfügt bereits über eine durchgängige Bildungskette. Dazu gehören Angebote zur Berufs- und Studienorientierung in den Schulen, die Begleitung beim Berufseinstieg und während der Ausbildung sowie Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Diese auch in der rheinland-pfälzischen Landesstrategie zur Fachkräftesicherung verankerten Vorhaben werden nun mit Maßnahmen der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ (Initiative Bildungsketten) des Bundes verzahnt. Der Bund hat dem Land im Rahmen der Vereinbarung bereits 1,5 Millionen Euro zugesagt.

Unterzeichnet haben die Vereinbarung Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die rheinland-pfälzische Landesbildungsministerin Vera Reiß, die rheinland-pfälzische Landesarbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Die Vereinbarung gilt zunächst bis 2020.

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(c) pixabay

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka: „Der Bund, das Land und die Bundesagentur für Arbeit arbeiten Hand in Hand, um junge Menschen bei der Berufswahl bestmöglich zu unterstützen. Viele Jugendliche sind sich unsicher über ihre Stärken und fragen sich, welcher Beruf am besten zu ihnen passt. Mit Potenzialanalysen und Angeboten zur Berufsorientierung unterstützen wir Schülerinnen und Schüler frühzeitig und individuell. Sie können auch erste praktische Erfahrungen mit der Berufswelt sammeln. Das hilft ihnen bei ihrer künftigen Berufswahl.“

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: „Ich freue mich sehr, dass mein Heimatland Rheinland-Pfalz mit dabei ist, das Engagement zum Wohl der Jugendlichen künftig zu bündeln. Mit der Initiative Bildungsketten stimmen Bund und Länder ihre guten Angebote am Übergang von der Schule in den Beruf künftig noch enger ab – alles mit dem Ziel, möglichst vielen jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.“

Landesbildungsministerin Vera Reiß: „Die Integration junger Menschen in Ausbildung und Beruf ist Grundlage für deren selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe. Rheinland-Pfalz hat mit der verbindlichen frühzeitigen Berufs- und Studienorientierung an allen weiterführenden Schulen eine hervorragende Grundlage geschaffen. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Jugendlichen bei der Berufswahl kompetent in eigener Sache entscheiden können. Ich freue mich, dass der Bund die rheinland-pfälzischen Strukturen unterstützt und sie weiter stärkt.“

Landesarbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler: „Mit den abgestimmten Maßnahmen der Bund-Länder-Vereinbarung helfen wir Jugendlichen sich beruflich zu orientieren, Interessen und Kompetenzen zu erkennen und unterstützen sie bei dem Übergang von der Schule in den Beruf. Hierzu gehört auch der weitere Ausbau von Jugendberufsagenturen, die sie ebenfalls auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen. Den jungen Menschen in dieser wichtigen und oft schwierigen Entscheidungsphase ihres Lebens besonders stark zur Seite zu stehen, zeichnet unser Land und unsere Arbeitsmarktpolitik aus.“

Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit: „Eine qualifizierte Berufsausbildung ist eine wichtige Voraussetzung für den Start ins Berufsleben und die Sicherung des Lebensunterhaltes. Die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf lohnt sich für beide Seiten – für die jungen Menschen und für die Arbeitgeber. Menschen mit Berufsabschluss sind seltener arbeitslos als Menschen ohne Berufsabschluss. Ebenso notwendig ist für Unternehmen das Fachkräftepotential. Wer ausbildet, sichert sich den eigenen Fachkräftebedarf, macht sich unabhängiger vom Arbeitsmarkt und bleibt dadurch wettbewerbsfähig. Die Initiative Bildungsketten ist hierfür das richtige Instrument, allen Jugendlichen und jungen Leuten eine Existenz sichernde Zukunft zu erschließen und den Unternehmen ihre Fachkräfte für Morgen zu sichern.“

Inhalte der Bund-Länder-Vereinbarung

Die Bund-Länder-Vereinbarung beinhaltet neben der Darstellung der Ausgangslage konkrete Festlegungen, welche Beiträge der Bund, das Land und die BA leisten wollen, um im Übergangsbereich Schule – Beruf ein ganzheitliches und in sich stimmiges Fördersystem zu schaffen.

Insgesamt umfasst sie 22 Unterstützungsangebote. Dazu gehören:

  • Potenzialanalysen an allen Schulen mit Bildungsgang Berufsreife sowie die Weiterentwicklung der Potenzialanalyse für alle weiteren Bildungsgänge.
  • Angebote zur Berufsorientierung, wie die Einführung des verbindlichen „Tages der Berufs- und Studienorientierung“ an allen rund 400 weiterführenden Schulen im Land.
  • Angebote an der Schnittstelle Schule – Beruf, wie der Praxistag an rund 280 Schulen mit Bildungsgang Berufsreife, 103 Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter an 255 Schulen und das Jobfux-Programm (29 Jobfüxe an 40 Schulen).
  • Angebote vor und während der Ausbildung, wie die Assistierte Ausbildung und ausbildungsbegleitende Hilfen.
  • Angebote am Übergang Schule – Beruf, wie die Einstiegsqualifizierung, der Coach für betriebliche Ausbildung sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.
  • Spezielle Angebote zur Förderung bestimmter Zielgruppen wie Jugendlicher mit Behinderung oder Fluchthintergrund wurden ebenfalls verankert.

In der Stabsstelle Berufs- und Studienorientierung, angesiedelt im Mainzer Bildungsministerium, werden schulunterstützende Angebote im Bereich der Berufs- und Studienorientierung koordiniert. Der Stabsstelle kommt eine koordinierende Funktion zu, um bestehende Förderinstrumente des Bundes mit denen des Landes abzustimmen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Mehr Informationen zur Initiative Bildungsketten finden Sie unter www.bildungsketten.de  und den kompletten Text der Vereinbarung unter www.bildungsketten.de/vereinbarung-rheinland-pfalz.

Pressemeldung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur vom 10.3.2016.

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