Serie: Lern-Wissen der Woche – Kompetenzen

Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Lösen von Problemen. Sie können erworben, d.h. erlernt werden, und sind damit von der zu einem weiten Teil durch die Gene bestimmten Intelligenz zu unterscheiden.

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Kompetenzen sind keine angeborenen Fähigkeiten, sie können erlernt und trainiert werden. Bei vielen Kompetenzen gilt: je früher, desto besser. (c) pixabay

Eine basale Klassifikation ist die Unterscheidung von allgemeinen und spezifischen (fachübergreifenden und fachbezogenen) Kompetenzen. Zu den allgemeinen Kompetenzen gehören selbstständiges Arbeiten, Offenheit für Kritik, Kontaktfreude, Lernbereitschaft, Selbstdisziplin (Fleiß) und viele andere Fertigkeiten, die in jedem Lebensfeld nützlich sind.

Spezifische oder fachbezogene Kompetenzen sind die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für ein bestimmtes Unterrichtsfach, einen Beruf oder ähnlich umgrenztes Betätigungsfeld nötig sind. Für das Fach Deutsch etwa hilft ein guter sprachlicher Ausdruck. Für den Beruf des Kfz-Mechatronikers braucht man genaue Kenntnisse über die Funktion, Wartung und Reparatur der Kraftfahrzeugelektronik.

Darüber hinaus wird der Begriff von verschiedenen wissenschaftlichen Fachgebieten, der Bildungspolitik und alltagssprachlich ganz unterschiedlich verwendet; es existieren verschiedene Definitionen und unterschiedliche Klassifikationen:

  • Fachkompetenzen sind fachbezogene Fähigkeiten und fachspezifisches Wissen;
  • berufliche Kompetenz umfasst alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die im beruflichen Alltag einer Person nötig sind;
  • Methodenkompetenz meint die Beherrschung passender Methoden für bestimmte Fragestellungen;
  • Sozialkompetenzen (etwa Hilfsbereitschaft, Zuhören oder Rücksichtnahme) helfen im Umgang mit den Mitmenschen (soziales Lernen);
  • verwandt ist die kommunikative Kompetenz, welche die Fähigkeit zur Kommunikation mit den Mitmenschen beschreibt;
  • Medienkompetenz braucht man für das Verwenden von Computer und Internet;
  • Selbstkompetenz beschreibt diverse Fähigkeiten und Fertigkeiten des Individuums im Umgang mit sich selbst;
  • die individuelle Kompetenz fasst alle Fähigkeiten und Fertigkeiten einer Person zusammen.

Neben dem Lernen von konkreten Inhalten verlangen die Bildungspläne heute mehr und mehr den Erwerb von Kompetenzen, die auch im späteren Leben hilfreich sein können. Beim kompetenzorientierten Lernen werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten jedoch nicht abgekoppelt von Wissensinhalten erworben, sondern im Zusammenhang mit diesen. Kompetenzerwerb ist also in aller Regel für den Lerner implizit, für den Lehrer aber durch seine didaktische Gestaltung offensichtlich (Didaktik). Durch die Verknüpfung von Inhalten und Kompetenzen ist die Fähigkeit, die Kompetenzen später auf andere Bereiche zu übertragen, stets mitzulernen.

Kurz gesagt: Kompetenzen sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die bei der Lösung spezifischer Probleme helfen. Sie werden nicht für sich, sondern zusammen mit konkreten Inhalten gelernt und dann auf andere Fragestellungen oder Probleme übertragen. Kompetenzorientiertes Lernen ist ein Grundsatz moderner Bildungspolitik.

Quelle: Anne Scheller. Kleines Lexikon für Unterricht & Lernen. Karlsruhe: Schulwerkstatt-Verlag, 2012.

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