Serie: Lern-Wissen der Woche – Medien

Unter Medien versteht man Vermittlungssysteme für Informationen. Sie vermitteln Informationen von einem oder mehreren Sendern an einen oder mehrere Empfänger und sind damit ein Mittel der Kommunikation.

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Wenn heute von Medien die Rede ist, sind meistens die modernen elektronischen gemeint. (c) pixabay

Medien haben drei Funktionen: Sie vermitteln Inhalte, stellen soziale Beziehungen her oder festigen diese und dienen dem persönlichen Ausdruck des Senders. Zur Klassifikation und Beschreibung unterschiedlicher Medien hilft es außerdem, wenn man sich verschiedene Teilbereiche von Medien bewusst macht: die Materialität des Mediums (etwa der Computer oder das Papier), das Symbolsystem, auch Code genannt (zum Beispiel Sprache, Bilder, Töne), den Sinneskanal oder die Modalität (Sehen, Hören) und die Botschaft. Neue Medien sind häufig multikodal, d. h. sie benutzen verschiedene Codes, und multimodal, also verschiedene Sinneskanäle nutzend. Aber auch das Fernsehen ist multimodal, da es audiovisuell arbeitet.

Im Zusammenhang mit Lernen und Unterricht kann man Lehrmedien, Lernmedien und Bildungsmedien unterscheiden. Lehrmedien wie Filme oder Computerpräsentationen unterstützen die Vermittlungstätigkeit des Lehrers. Lernmedien ermöglichen eine selbstständige Erarbeitung des Stoffes durch den Lerner (Selbstständigkeit). Hierzu gehören unter anderem Lernhilfen in Buchform und spezielle Lernseiten im Internet. Beide Arten von Medien werden oft als Lehr-Lern-Medien zusammengefasst.

Bildungsmedien erfüllen über die Erleichterung des Lernen und Lehrens hinaus den Anspruch umfassender Bildungstheorien. Mit der Nutzung von Medien in pädagogischen Situationen befasst sich die Medienpädagogik. Man unterteilt sie in Medienerziehung und Mediendidaktik. Medienerziehung zielt darauf ab, Schülern den Umgang mit Computer, Internet u. a. beizubringen. Aufbau von Medienkompetenz ist heute in der Schule ein unverzichtbares Lernziel. Medienkompetenz umfasst zum Ersten das Wissen über die Funktion und die Bedienung von Medien. Zum Zweiten erwerben die Schüler die Fähigkeit zur kritischen Reflexion von Medien. Dies ist besonders wichtig im Zusammenhang mit dem Umgang mit persönlichen Informationen im Netz, etwa beim Nutzen von sozialen Netzwerken (Mobbing). Zuletzt beinhaltet Medienkompetenz auch die kreative Nutzung und Gestaltung der Medien durch die Nutzer.

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Bücher gehören zu den traditionellen Medien. Dazu zählen genauso Musik, Gemälde – also eigentlich alles, was uns “etwas sagen” will oder mit dem wir uns anderen mitteilen. (c) Lupo_pixelio.de

Die Mediendidaktik will verschiedene Medien für das Lernen optimieren und erleichtert damit den Einsatz von Medien im Unterricht.

Zu den traditionellen Unterrichtsmedien gehören Schulbücher, Arbeitsblätter, Vorträge u. Ä. Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen werden auch als Massenmedien bezeichnet, weil sie ein großes Publikum erreichen. Ihnen fehlt jedoch der für menschliche Kommunikation typische Austausch, d. h. die Möglichkeit für Sender und Empfänger, ihre Rollen zu tauschen, zu antworten.

Im letzten Jahrzehnt haben die digitalen neuen Medien – Computer, Digitalkameras, Handys – stark an Bedeutung gewonnen. Mit den Möglichkeiten des Internet, Informationen in ein weltweites Netz einzuspeisen und dort wieder abrufen zu können, haben Medien zwei wichtige Vorteile gewonnen: Informationen sind jederzeit und überall verfügbar und sie sind interaktiv, ermöglichen also die Kooperation zwischen Schülern oder Lernpartnern.

Unter Multimedia versteht man die Kombination verschiedener Medien. Multimediale Inhalte sind multikodal und multimodal. So kann eine Computerpräsentation zum Beispiel Texte und Grafiken zur Vermittlung der Inhalte enthalten (Multikodalität) und zusätzlich zu den optischen Informationen auch Audio-Elemente enthalten (Multimodalität). Multimediale Kommunikation wird heute in aller Regel von Computern gestützt, da er alle Funktionen einfach und kostengünstig erfüllen kann. Im Unterricht kommen multimediale Inhalte daher in aller Regel am Computer bzw. im Internet zur Verwendung. Theoretisch kann eine multimediale Unterrichtseinheit aber auch von einer Gemäldeausstellung, einem Sinfonieorchester und einem Schauspieler gestaltet werden.

Kurz gesagt: Unter Medien versteht man verschiedene Informationsvermittlungssysteme wie Computer und Internet, Bücher und Zeitschriften, Filme und Fernsehen. Der Aufbau von Medienkompetenz ist heute ein wichtiges Unterrichtsziel.

Quelle: Anne Scheller. Kleines Lexikon für Unterricht & Lernen. Karlsruhe: Schulwerkstatt-Verlag, 2012.

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