VBE fordert: Politik muss Gesundheitsrisiken ernst nehmen

PCB-verseuchte Ausbildungsstätten

Berlin (pm)„Die Politik spielt mit der Gesundheit von Lehrkräften und Schülern. Obwohl PCB von der Internationalen Agentur für Krebsforschung in die höchste Gefahrengruppe eingeordnet wurde, gelten in Deutschland weiterhin vollkommen veraltete Richtlinien“, warnte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE anlässlich des Beitrags „PCB: Billiger Baustoff mit Spätfolgen“, der gestern (23.3.2016, Anm. d. Red.) im ARD-Magazin „plusminus“ gesendet wurde.

Beckmann klagt an: „Die politisch Verantwortlichen haben eine Fürsorgepflicht für die Pädagogen und Schüler. Es passt nicht zusammen, dass Lehrer die Schüler zu umweltbewussten Bürgern erziehen sollen und gleichzeitig die Ausbildungsstätten PCB-verseucht sind.“

Der VBE fordere daher alle politisch Verantwortlichen dazu auf, die PCB-Richtlinien schnellstmöglich zu überarbeiten und entsprechende Sanierungen der Gebäude einzuleiten. Der VBE-Bundesvorsitzende erwarte, dass Bund, Länder und Kommunen sich dieser Verantwortung gemeinsam stellen und sich keiner aus der Verantwortung stiehlt. Beckmann macht klar: „Die Beschäftigten an den Schulen und Hochschulen sowie die Schüler und Studenten haben einen Anspruch auf belastungsfreie Unterrichtsräume.“

Hintergrund: Für die Bewertung der tolerierbaren Werte von PCB sind die Länder zuständig. 1994 wurde eine PCB-Richtlinie erlassen, die zum damaligen Zeitpunkt konform zu wissenschaftlichen Erkenntnissen war. Allerdings hat die Weltgesundheitsorganisation WHO 2003 eine Neubewertung der tolerierbaren täglichen Aufnahme vorgenommen. Seitdem liegt der in Deutschland geltende Wert 50fach über dem von der WHO empfohlenen. Eine aktuelle Bewertung des Umweltbundesamtes von Dezember 2015 zeigt dies eindringlich auf.

Pressemeldung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) vom 24.3.2016.

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