Zeit für Bildung – Schluss mit dem Übertrittsdruck!

München (pm)„Die Zeit vom Übertrittszeugnis bis zu den Sommerferien habe ich genossen. Wir haben Interessantes in der Schule erlebt und ich habe viel Neues gelernt. Das hat sogar der Lehrerin Spaß gemacht!“ So beschreiben viele Fünftklässler rückblickend die letzten Wochen ihrer Grundschulzeit. – Nach dem Probenmarathon der letzten Monate sei den Viertklässlern diese Zeit von Herzen gegönnt. – Warum kann Schule nicht immer so sein?

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Welche Schulart lässt das Übertrittszeugnis zu? (c) Dieter Schütz_pixelio.de

Die Antwort ist so einfach wie erschreckend. Unser Schulsystem stellt das Sortieren der Schüler über den Bildungsauftrag. Im Kultusministerium meint man, schon bei Zehnjährigen beurteilen zu können, für welche Schullaufbahn und welche Berufsrichtung sie geeignet seien. Dieses Sortieren beruht ausschließlich auf Noten dreier für besonders wichtig erachteter Fächer. Neigungen und Begabungen in anderen Bereichen zählen nicht.

Abitur um jeden Preis?

Das frühe Sortieren und die weit verbreitete Ansicht, nur ein möglichst hoher Bildungsabschluss in möglichst jungen Jahren böte die besten Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz, setzt Eltern, Lehrer und vor allem die Kinder unter enormen Druck. Im Kampf um gute Noten bleiben Begabungen, Vorlieben und Bedürfnisse auf der Strecke, was nicht selten zu einem Verlust der Freude am Lernen und zu einem jahrelangen Leidensweg der Kinder führt.

Individuelle Förderung

„Unser Schulsystem missachtet, dass Kreativität, Neugier und Spaß die wichtigsten Lernmotoren und die Vielfalt der Begabungen von Kindern unsere wichtigsten Ressourcen sind“, sagt Martin Löwe, Landesvorsitzender des Bayerischen Elternverbands. „Es missachtet zudem die Bedürfnisse der Kinder. Ein Schulsystem hingegen, das einen Übertritt gar nicht erst benötigt, weil es bei individueller Förderung das gemeinsame Lernen im eigenen Tempo bis zu dem für sie optimalen Abschluss ermöglicht, wäre für viele Kinder viel effektiver.“

Elternwillen stärken

Solange ein solches Schulsystem in Bayern in weiter Ferne sei, sollten Eltern wenigstens – nach Beratung durch Lehrkräfte – selbst entscheiden dürfen, welche Schule ihr Kind besucht. „Eltern wissen: Stehen die eigenen Begabungen und Vorlieben im Einklang mit den Anforderungen des Berufs, so macht dies glücklich und leistungsfähig. Für Kinder gilt dies genauso, das ist bei der Wahl der weiterführenden Schule zu beachten“, meint Löwe.

Der Bayerische Elternverband ist der Verband für alle Eltern in Bayern. Er ist gemeinnützig und an keine Konfession, politische Partei oder Schulart gebunden.

Pressemitteilung des Bayerischen Elternverbandes (BEV) Nr. 6/2015 vom 6. Mai 2015.

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